»Ja, man soll die Kunst mit der Politik belästigen, aber man sollte darauf achten, daß es nicht zu viele Opfer in der Zivilbevölkerung gibt.«

(Diederich Diederichsen: Christoph Schlingensief macht Wahlkampf am Prenzlauer Berg)

„Erst in der Freiheit des Miteinander-Redens ersteht überhaupt die Welt als das, worüber gesprochen wird, in ihrer von allen Seiten her sichtbaren Objektivität.“

(Hannah Arendt)

"Das Ausmaß der Wachheit und Weltoffenheit bestimmt das politische Niveau und die allgemeine Physiognomie einer Epoche."

(Hannah Arendt)

"Wir machen Politik, um etwas ins Leben zu rufen, das sonst keinen symbolischen Raum auf der Welt hätte. Wir wünschen uns, mit anderen zusammen Politik zu machen, weil wir wahrnehmen, dass es von uns abhängt, ob das, woran wir uns orientieren, in der Welt Resonanz bekommt und sichtbar wird. Politisches Handeln verschafft dem, was latent vorhanden und möglich ist, die Würde der Präsenz in der symbolischen Ordnung."

(Chiara Zamboni: Leichtes Gepäck. In: Macht und Politik sind nicht dasselbe. Diotima.)

"The personal is political reprivatizes social experience, to the degree that one can be engaged in political praxis without ever leaving the bedroom."

Diana Fuss

Souveräninnen

Annarosa Buttarelli

"Damit wir uns endgültig verabschieden von der Glaubwürdigkeit, die viele von uns den Institutionen und Apparaten der repräsentativen Demokratie immer noch zusprechen, denn es sind Institutionen und Apparate, ‘die nur für Männer geschrieben wurden’. Wir müssen eine Art und Weise finden, die ‘Demokratie’ mit ‘weiblicher Autorität’ zu verbinden; darin liegen der Geist und das Fundament der zweiten Revolution der Frauen."

"Es scheint vielmehr in der Geschichte zahlreicher Zeugnisse unserer Fähigkeit zu geben, die Wahrheit zu sagen, und zwar nicht in der Form eines heroischen Aktes oder als Überschreitung der Gesetze, sondern aus Liebe zur Realität. Es gibt politische Denkerinnen, die heute aus Liebe zum weiblichen Kampf gegen die Irrealität Bücher über Philosophie schreiben, um der Welt zu sagen: Schaut, die Demokratie hat vergessen, wie wertvoll ein Verständnis von Konflikt als etwas Unblutigem ist, und, so fügen sie hinzu, man müsste die Demokratie auf der Basis des Konfliktes neu gründen, ohne Blutvergießen und also auf der Basis der Zuneigung, der menschlichen Sensibilität.”

"Wir können heute Souveräninnen werden, weil die Zeiten dafür gut sind, und nicht, weil es unser Recht wäre.

In der Tat ist weibliche Souveränität, wenn sie ausgeübt wird, schon für sich genommen Unabhängigkeit von der Irrealität, die die im Todeskampf liegenden Institutionen geschaffen haben. Sie gewährleistet die Rückkehr zur Realität und zur Möglichkeit, die Wahrheit zu sagen, ohne die Macht mit selbstmörderischem Heroismus herauszufordern. Weibliche Souveränität kann uns helfen, an einer Beziehung der Differenz mit den Männern zu arbeiten. Indem wir sie praktizieren, können wir Zeugnis dafür ablegen, dass wir durchaus in der Lage sind, das männliche Bedürfnis danach zu respektieren, Institutionen und Konstruktionen aufzubauen, in deren Rahmen es bis heute nötig gewesen ist, sich jede Sache einzuverleiben, die frei zur Welt kommt.”

(Diotima: Macht und Politik sind nicht dasselbe)

"Denn die Frauen wollen nicht auseinanderreißen, was das Begehren in der Erfahrung vieler Frauen zusammenhält: Gefühle und Denken, Geist und Materie, die Lebens- und die Arbeitszeit … Sie wollen nämlich eine Politik, durch die etwas zu erreichen ist, das eine Frau als wirklichen Gewinn für sich selbst empfindet – was nicht heißt, dass anderen dadurch etwas weggenommen wird, ganz im Gegenteil. Weder einer Frau noch einem Mann."

(Diotima: Macht und Politik sind nicht dasselbe)

"Wer sich engagiert, um die eigene Situation und die der eigenen Bezugsgruppe zum Besseren zu verändern, wer den Wunsch hat, für sich selbst und die anderen da zu sein, wer sich nicht im eigenen ‘Besonderen’ einschließen, sondern im Austausch mit anderen symbolischen Reichtum gewinnen möchte, wer sich als Teil der Menschheit empfindet, als Teil der Menschen nah und fern, wer also, mit einem Wort, die Politik liebt, kann nicht darüber hinwegsehen, dass die Logik der Macht sich immer auf Kosten des freien und schöpferischen Handelns durchsetzt."

(Diotima: Macht und Politik sind nicht dasselbe)

"Doch aus der Macht, die ein Mittel hätte sein sollen, wurde schließlich das Ziel von allem und dann das Ende von allem."

(Diotima: Macht und Politik sind nicht dasselbe)

"Vielmehr neigen wir dazu, immer dann eine antipolitische Sensiblität zu entwickeln, wenn wir nach politischen Lösungen für soziale Probleme suchen. Vor dieser Neigung müssen wir uns hüten."

(Linda M. G. Zerilli: Feminismus und der Abgrund der Freiheit)